Der Scharnier quietscht
Hoffnung war der erste Fehler
Es gibt Niederlagen, bei denen der Gegner schlicht besser war. Es gibt Niederlagen, bei denen ein Ball einmal falsch springt und man sich anschließend damit tröstet, dass Football manchmal eben ein Spiel von Zentimetern ist.
Und dann gibt es dieses 34:37 nach Overtime gegen die Buffalo Bills.
Ein Spiel, in dem die Los Angeles Rams mehrfach die Gelegenheit bekamen, die Tür hinter sich zuzuziehen – und sie jedes Mal höflich für Buffalo wieder aufhielten. Ein Spiel, in dem Matthew Stafford 383 Yards und drei Touchdowns warf, Puka Nacua einen persönlichen Rekord aufstellte, die Defense zwei Turnover produzierte und Nate Landman den Rams in der Overtime praktisch noch einmal ein komplett neues Leben schenkte.
Und ein Spiel, das trotzdem damit endete, dass Tyler Bass jubelnd über den Rasen des SoFi Stadiums lief.
Bills 37. Rams 34. 2-3.
Hoffnung war der erste Fehler. Denn natürlich hatten sie uns wieder. Und das gleich mehrfach.
Ein Warnschuss nach exakt null Sekunden
Manchmal braucht ein Footballspiel eine Weile, bis es seine Geschichte findet. Dieses hier war weniger subtil.
Ray Davis nahm den Opening Kickoff 70 Yards bis an die 26-Yard-Linie der Rams zurück. Ethan Evans musste persönlich die Notbremse ziehen und verhinderte den Touchdown. Der erste Spielzug der Rams-Defense hatte noch nicht stattgefunden und die Special Teams hatten Buffalo bereits 70 Yards geschenkt.
Immerhin hielt die Defense. Josaiah Stewart sackte Josh Allen an Third Down, Tyler Bass verwandelte aus 40 Yards zum 3:0.
Das wäre für sich genommen noch kein Grund zur Sorge gewesen. Wäre da nicht die folgende Rams-Serie gewesen. Puka Nacua fing allein im ersten Drive vier Pässe, die Offense bewegte den Ball sabotierte sich mit zwei Strafen aber selbst. Am Ende stand Harrison Mevis für ein 50-Yard-Field-Goal auf dem Feld.
Daneben.
Buffalo bekam den Ball zurück, Aaron Donald produzierte eigentlich seinen ersten Sack der Saison, der allerdings wegen Illegal Contact gegen Trent McDuffie aus der Statistik verschwand. Bass erhöhte wenig später auf 6:0.
Noch war nichts passiert, aber die Richtung war bemerkenswert vertraut. Gegen Philadelphia hatten die Rams eine Woche zuvor bewiesen, dass sie hässlichen Football überleben können. Gegen Buffalo begannen sie wieder damit, sich selbst zusätzliche Hindernisse in den Weg zu stellen. Elf Rams-Strafen für 84 Yards sollten am Ende auf dem Statistikbogen stehen. Buffalo war mit 13 Strafen für 112 Yards sogar noch großzügiger. Zusammen kamen beide Teams auf 24 Penalties.
Stafford findet ins Spiel – und Puka dreht auf
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— Los Angeles Rams (@RamsNFL) October 13, 2026
Was anschließend folgte, war offensiv über weite Strecken das überzeugendste Rams-Spiel der jungen Saison.
Nicht perfekt. Nicht explosiv in jedem Drive. Aber strukturiert, variabel und vor allem: kontrolliert.
Stafford brachte Los Angeles im zweiten Viertel erstmals in Führung. Pass über vier Yards auf Davante Adams, 7:6.
Buffalo antwortete über einen 40-Yard-Screen auf Ty Johnson und einen 17-Yard-Touchdown-Run von James Cook zum 13:7. Jaylen Watson fing wenig später einen tiefen Ball von Allen ab, doch erneut nahm sich die Rams-Offense mit einem False Start auf dem ersten Play des folgenden Drives selbst den Rhythmus.
Halbzeit: 13:7 Buffalo.
Das Ergebnis erzählte allerdings nur einen Teil der Geschichte.
Denn Sean McVays Offense hatte eine Struktur zurückgewonnen, die gegen Philadelphia verletzungsbedingt nahezu verschwunden war. Mit Colby Parkinson (wieder verfügbar nach Verletzung), kehrten die Rams verstärkt in 13 Personnel zurück. Drei Tight Ends bedeuten in McVays System eben nicht automatisch drei Blocker und ein Schild mit der Aufschrift „Run“.
Sie bedeuten Formation Flexibility:
Schwere Box? Stafford kann daraus werfen.
Leichte Box? Run. Die Defense reagiert mit Base Personnel? Tyler Higbee gegen Linebacker.
Nickel gegen Heavy Personnel? Run Fits angreifen.
Genau diese Ambiguität machte die Rams deutlich schwerer auszurechnen. Higbee beendete den Abend mit fünf Receptions für 83 Yards. Blake Corum fing drei Bälle für 53 Yards und produzierte mit einem 34-Yard Catch-and-Run eines der wichtigsten Explosive Plays des Spiels. Dazu kam sein Ein-Yard-Touchdown zum zwischenzeitlichen 14:13 im dritten Viertel.
Und über allem stand Puka Nacua: 17 Receptions, 24 Targets, 138 Receiving Yards, ein Touchdown.
Dazu neun weitere Yards am Boden.
Stafford warf insgesamt 54 Pässe. Auf 47 Routes wurde Nacua 24-mal angeworfen – eine Target Rate von 51,1 Prozent. Laut Next Gen Stats war das der höchste Wert eines Wide Receivers mit mindestens 40 gelaufenen Routes in einem Spiel seit Beginn der entsprechenden Datenerfassung 2016.
Oder etwas weniger analytisch formuliert:
Buffalo wusste, dass der Ball zu Puka gehen würde. Die Rams wussten, dass Buffalo wusste, dass der Ball zu Puka gehen würde.
Der Ball ging trotzdem zu Puka. Und meistens funktionierte es.
Das Beeindruckende war dabei nicht einmal primär die Masse seiner Targets. Es war die Funktion, die Nacua in dieser Offense mittlerweile erfüllt. Er ist nicht einfach ein Receiver, für den Plays gecallt werden. Er ist ein struktureller Fixpunkt, um den McVay Antworten gegen unterschiedliche Coverages baut.
Option Routes. Crossers. Quick Game. Motion. Screens. Intermediate Windows. Touches aus dem Backfield.
Puka ist nicht nur ein kleiner Teil des offensiven Konstrukts, er ist inzwischen ein beträchtlicher Teil des Systems.
Und trotzdem hatte Buffalo keine echte Antwort.
383 Yards, drei Touchdowns und endlich kein Geschenk
Matthew Staffords Boxscore liest sich entsprechend: 40 von 54, 383 Yards, drei Touchdowns ,keine Interception, Passer Rating: 111,9.
Nach sechs Interceptions in den ersten vier Spielen war vor allem die Zahl in der Turnover-Spalte wichtig: 0
Stafford forcierte weniger Bälle in geschlossene Windows, nahm die kurzen Completions, wenn Buffalo sie anbot, und begann im weiteren Spielverlauf zunehmend, die Intermediate Areas zwischen Linebackern und Safeties zu attackieren. Adams war statistisch deutlich weniger dominant als Nacua, aber in der Red Zone genau das, wofür man Davante Adams beschäftigt: fünf Receptions, 51 Yards, zwei Touchdowns.
Nicht spektakulär in der Menge dafür jedoch extrem wertvoll in der Qualität.
Die Rams erzielten 443 Net Yards auf 78 Plays. Buffalo kam auf 445 bei lediglich 57 Plays.
Und darin liegt bereits der erste große Hinweis darauf, warum ein offensiv eigentlich hervorragender Rams-Abend am Ende nicht reichte.
Los Angeles musste arbeiten, Buffalo brauchte Raum.
Das Josh-Allen-Problem: Pressure ist wertlos, wenn die Tür offen bleibt
Vor dem Spiel war eine defensive Aufgabe offensichtlicher als jede andere: Rush-Lane Integrity.
Josh Allen darf nicht aus einer sauberen Pocket operieren. Aber noch weniger darf man ihn aus der Pocket vertreiben und anschließend vergessen, dass dort draußen ebenfalls Football gespielt wird.
Genau das passierte.
Allen war als Passer nicht einmal absurd dominant. 12 Completions bei 19 Versuchen.
210 Passing Yards, ein Touchdown, eine Interception.
Das liest sich nach einem Abend, mit dem eine Defense grundsätzlich leben können sollte.
Dann kommt die andere Zeile: 10 Carries, 121 Rushing Yards, 12,1 Yards pro Versuch und ein TD.
107 dieser 121 Yards entstanden laut den Bills auf Scrambles. Alle zehn Runs von Allen produzierten positive Expected Points Added. Seine +12,6 Rushing EPA waren der beste Wert eines Ballträgers in einem einzelnen Spiel der bisherigen Saison.
Das ist kein Nebeneffekt eines Quarterbacks, der gelegentlich Beine besitzt. Das war ein zentraler Teil der Buffalo-Offense.
Die Rams schafften es teilweise sogar, die ursprünglichen Pass-Plays zu gewinnen. Die Coverage hielt. Allen musste seine Reads verlassen. Der Rush erzeugte Bewegung.
Und genau dann begann das Problem. Ein Pass Rush gegen Allen darf nicht ausschließlich darauf ausgerichtet sein, seinen Spot zu erreichen. Die Pocket muss wie ein Käfig komprimiert werden. Edge Rushers können nicht blind hinter dem Quarterback vorbeilaufen, während innen Escape Lanes entstehen. Interior Rush und Contain müssen miteinander verbunden bleiben.
Pressure ohne Lane Discipline gegen Josh Allen ist keine Pressure. Es ist eine Einladung und der brutalste Beweis dafür kam spät im vierten Viertel.
Buffalo steht bei 2nd-and-17. Eigentlich ein Down, das jede Defense der Welt gerne nimmt.
Allen findet keinen unmittelbaren Wurf, dann rennt er. 21 Yards, First Down.
Wenige Plays später läuft James Cook aus fünf Yards zum 34:27 in die Endzone.
Das sind die Plays, die in keinem Sack-Totalsheet auftauchen, aber Spiele entscheiden.
Und dann waren da noch 234 Rushing Yards
Allen war allerdings nur die Hälfte des Problems. James Cook lief 25-mal für 111 Yards und zwei Touchdowns. Buffalo kam insgesamt auf 234 Rushing Yards. Und das gegen eine Defense, deren Front vor dem Spiel zu ihren stärksten Units gehört hatte. Dabei war Cook keineswegs fehlerfrei. Nate Landman schlug ihm gleich zweimal den Football heraus. Beim ersten Fumble im dritten Viertel schien Los Angeles zunächst sogar recovered zu haben, ehe die Entscheidung geändert wurde und Buffalo den Ball behielt.
Beim zweiten Versuch in der Overtime gab es keine Diskussion mehr. Landman schlägt zu, Aaron Donald recovered. Und plötzlich hält die Rams Nation den Atem an.
Dazu gleich mehr.
Bemerkenswert war außerdem, wie Buffalo seine Passing Production erzeugte. Die Bills kamen offiziell auf 202 Net Passing Yards – und produzierten dabei unglaubliche 196 Yards after Catch. Das ist taktisch faszinierend, weil es zeigt, dass die Rams Buffalos vertikale Passing-Struktur eigentlich weitgehend kontrollierten. Sie wurden nicht permanent tief geschlagen. Sie verloren danach. Ty Johnsons 40-Yard-Screen im zweiten Viertel. Und natürlich Khalil Shakir in der Overtime.
Das ist die andere Seite einer Defense, die versucht, Allen nicht mit aggressiven Blitzstrukturen die gewünschten Eins-gegen-Eins-Situationen zu schenken: Du hältst den Ball vor dir, musst dann aber verdammt nochmal tacklen.
Buffalo fehlten mit D.J. Moore und Josh Palmer zwei wichtige Receiver. Die Rams schafften es trotzdem nicht, der Bills-Offense ihre explosive Qualität zu nehmen. Sie verlagerte sich lediglich. Vom Arm in die Beine. Vom Air Yard in YAC, von Allen zu Cook.
Und irgendwann wieder zurück.
Das vierte Viertel: 15 Minuten komplette Eskalation
Nach Keon Colemans TD spät im dritten Viertel lag Buffalo 19:14 vorne. Tyler Bass verschoss den Extra Point.
Eine Randnotiz, die später noch erhebliche Bedeutung bekommen sollte.
Die Rams antworteten praktisch sofort. Higbee für 28. Corum für 34. Stafford findet Nacua aus zwei Yards in der Endzone.
20:19 Rams.
Die Two-Point Conversion misslingt, weil Stafford gesackt wird. Noch so eine Randnotiz
Buffalo antwortet mit vier Plays über 78 Yards.
Josh Allen per Sneak zum Touchdown.
Two-Point Conversion auf Dalton Kincaid.
27:20 Bills.
Los Angeles antwortet. Stafford auf Adams - Touchdown
27:27.
Buffalo antwortet.
Allen verwandelt besagtes 2nd-and-17 mit seinen Beinen.
Cook läuft zum Touchdown.
34:27.
1:39 auf der Uhr.
Und an diesem Punkt hätte man sich als Rams-Fan guten Gewissens sagen können: Das war's.
Man hätte sich einiges erspart. Stattdessen benötigen Stafford und die Offense gerade einmal fünf Plays, um bis an Buffalos 10-Yard-Linie zu kommen. Wenige Sekunden später drückt Kyren Williams den Ball aus einem Yard über die Goal Line.
Noch vier Sekunden.
34:34.
Overtime.
Allein im vierten Viertel fallen 35 Punkte.
Und plötzlich war sie wieder da. Diese völlig irrationale, vollkommen gefährliche und durch nichts außer den vorangegangenen 60 Minuten gerechtfertigte Überzeugung: Die gewinnen das Ding jetzt!
Fehler Nummer eins.
NATE LANDMAN PEANUT PUNCH!!!
— Los Angeles Rams (@RamsNFL) October 13, 2026
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Overtime: Football reicht den Rams die Hand
Die Rams entscheiden sich dafür, Buffalo zuerst den Ball zu geben. Shakir nimmt direkt im ersten Drive einen kurzen Pass und trägt ihn 57 Yards bis an die Rams-22. Natürlich. Warum sollte es einfach gehen?
Dann erhält Cook den Ball und Landman trifft mit dem Peanut Punch. Fumble, Donald recovered. Rams Ball an der LA-20
Es ist schwer, eine deutlichere Einladung zum Sieg zu bekommen.
Buffalo hatte bereits tief in Rams-Territory gestanden. Ein Field Goal hätte das Spiel nicht beendet, ein Touchdown sehr wohl.
Stattdessen schenkt Cook Los Angeles den Ball. Und Stafford antwortet.
21 Yards auf Davis Allen.
Wenig später 21 Yards auf Nacua.
Buffalo 35.
Die Rams schieben sich bis an die 30.
Third-and-5.
Und hier wird aus einem großartigen Footballspiel eine Grundsatzdiskussion.
Sean McVay entscheidet sich für einen Inside Handoff zu Kyren Williams aus der Shotgun.
Kein Raum.
Kein Gain.
Fourth-and-5.
48-Yard-Field-Goal.
Harrison Mevis.
Der Mann, der bereits aus 50 Yards verschossen hatte und dessen Unit seit Wochen unter Beobachtung steht.
Es ist leicht, Playcalling im Nachhinein zu kritisieren. Wenn das Field Goal durchgeht, spricht anschließend kaum jemand darüber.
Aber Entscheidungen müssen nach dem Prozess bewertet werden, nicht nach dem Ergebnis.
Matthew Stafford hatte zu diesem Zeitpunkt fast 400 Yards geworfen. Puka Nacua war für Buffalo faktisch nicht zu verteidigen. Davante Adams hatte zwei Touchdowns. Higbee produzierte konstant gegen Buffalos underneath Coverages.
Und Buffalo würde bei einem verschossenen oder geblockten Kick nur rund 20 Yards benötigen, um selbst in Field-Goal-Range zu kommen.
McVay nahm den Ball aus Staffords Händen, Rousseau nahm ihm anschließend die Entscheidung ab.
Greg Rousseau schoss innen durch, bekam beide Hände hoch und blockte den Kick.
McVay brauchte anschließend keinen Journalisten, der ihm erklärte, warum sich diese Entscheidung falsch anfühlte.
„I'm sick right now with myself“, sagte er nach dem Spiel. Das trifft es eigentlich ziemlich gut.
Der letzte Akt gehört Josh Allen
Buffalo bekommt den Football zurück.
Und jetzt passiert exakt das, was den Rams bereits den gesamten Abend Probleme bereitet hatte.
Allen sieht keine Lösung. Allen läuft. 19 Yards.
Dann wieder. 13 Yards.
Buffalo steht an der Rams-27.
Joe Brady lässt bei Second Down und noch fast zwei Minuten auf der Uhr bereits Tyler Bass aufs Feld kommen.
45 Yards.
Snap.
Hold.
Kick.
Good.
37:34.
Ende.
Josh Allen gewinnt damit zum ersten Mal in seiner NFL-Karriere ein Overtime-Spiel, nachdem seine ersten sieben entsprechenden Partien allesamt verloren gegangen waren.
Manchmal braucht eine Geschichte einen komplizierten Schluss.
Diese brauchte nur zwei Quarterback Scrambles und einen Kicker, der seinen Job erledigte.
Special Teams: Wir sind über den Punkt der höflichen Formulierung hinaus
Man könnte diese Niederlage auf viele Dinge reduzieren.
234 zugelassene Rushing Yards. 121 davon durch einen Quarterback.
Elf Penalties.
Fehlende Rush-Lane Integrity.
196 Buffalo-YAC.
Ein konservativer Third-and-5-Call in der Overtime.
Alles legitim.
Aber am Ende bleibt trotzdem eine Unit, die besonders deutlich heraussticht: Die Special Teams.
Das Spiel beginnt mit einem zugelassenen 70-Yard-Kickoff-Return. Einem vergebenen Field Goal aus 50 Yards
Und als die Rams in der Overtime die Möglichkeit bekommen, das Spiel zu gewinnen, wird sein Versuch aus 48 Yards geblockt.
Sean McVay bezeichnete das Kicking Game anschließend als „not even close to good enough“.
Einen Tag später war Harrison Mevis kein Los Angeles Ram mehr. Los Angeles verpflichtete Blake Grupe als neuen Kicker.
Deutlicher kann eine Organisation ihre Spielanalyse kaum veröffentlichen.
Und trotzdem wäre es zu bequem, diese Niederlage ausschließlich Mevis zuzuschieben.
Ein geblocktes Field Goal ist keine reine Kicker-Statistik.
Die Protection gehört dazu. Das Play davor gehört dazu.
Die Entscheidung, überhaupt aus 48 Yards kicken zu müssen, gehört dazu.
Der 70-Yard-Kickoff-Return gehört dazu.
Special Teams ist keine einzelne Position. Es ist eine Phase des Spiels.
Und diese Phase hat die Rams gegen Buffalo erneut massiv beschädigt.
Was man aus diesem Spiel mitnehmen kann
Das Frustrierende ist: Es gibt nach diesem Abend durchaus Gründe für Optimismus.
Die Offense sah deutlich besser aus. Matthew Stafford spielte sein sauberstes komplettes Spiel der Saison.
Nacua war nicht zu verteidigen und Adams funktionierte endlich wieder als Red-Zone-Waffe.
Higbee und Corum gaben der Offense Explosivität aus Personnel Groupings, die Defenses eigentlich auf schwereren Football vorbereiten sollen.
Los Angeles produzierte 443 Net Yards, erzielte 34 Punkte und verlor keinen einzigen Ball.
Normalerweise gewinnt man solche Spiele.
Auch defensiv gab es Momente, die gewinnen können: Watsons Interception.
Landmans zwei erzwungene Cook-Fumbles. Donalds Recovery in der Overtime.
Die Defense gab ihrer Offense einen Matchball.
Das Problem ist das Gesamtbild: Die Rams bekamen zwei Buffalo-Turnover und gaben selbst keinen Ball ab.
Sie hatten in der Overtime Possession mit der Möglichkeit, das Spiel sofort zu beenden.
Ihr MVP-Quarterback spielte ausgezeichnet, ihr Nummer-eins-Receiver stellte einen Career High auf.
Und trotzdem verloren sie.
Das ist nicht Pech, zumindest nicht ausschließlich. Das ist eine Mannschaft, die aktuell zu viele verschiedene Wege findet, um ihren eigenen guten Football wieder einzufangen.
Mal sind es Turnover.
Mal Penalties.
Mal Special Teams.
Mal situatives Coaching.
Mal Rush-Lane Disziplin.
Das Talent ist offensichtlich. Die Fähigkeit, über vier Quarters hinweg alle drei Phasen gleichzeitig auf NFL-Topniveau zu halten, ist es bislang nicht. Und deshalb ist 2-3 kein Zufall. Es ist eine ziemlich ehrliche Bilanz.
Fazit
Dieses Spiel wird vermutlich als eines der spektakulärsten der bisherigen NFL-Saison in Erinnerung bleiben.
Für neutrale Zuschauer vollkommen zu Recht.
Entertainment Value: hervorragend.
Herz-Kreislauf-System eines Rams-Fans: wirtschaftlicher Totalschaden.
Und vielleicht ist das die treffendste Beschreibung dieser Rams nach fünf Wochen.
Sie sind gut genug, um gegen eines der stärksten Teams der AFC mehrfach unmittelbar vor dem Sieg zu stehen.
Sie sind explosiv genug, um binnen 95 Sekunden einen Touchdown-Drive zum Ausgleich hinzulegen. Sie sind defensiv opportunistisch genug, um in der Overtime einen Ball herauszuschlagen, der das Spiel eigentlich auf dem Silbertablett serviert.
Und sie sind derzeit fehleranfällig genug, um all das trotzdem nicht nach Hause zu bringen.
Das ist die gute Nachricht und die schlechte.
Denn die Rams müssen nicht erst lernen, mit den besten Teams der Liga mitzuhalten, sie können es längst. Sie müssen endlich lernen, sie zu schlagen.
Bis dahin gilt weiterhin: Hoffnung war der erste Fehler.
Nicht, weil diese Mannschaft nicht gut genug wäre.
Sondern weil sie gut genug ist, dich bis zur letzten Minute glauben zu lassen, dass diesmal alles gut geht.
Horns Up.

